AHA/ACC/HRS-Leitlinie 2017 zum Management ventrikulärer Arrhythmien und zur Prävention des plötzlichen Herztods
Die US-Leitlinie zu ventrikulären Arrhythmien erschien ein Jahr nach DANISH und liest diese Studie ganz anders als die Europäer: Sie belässt den Primärpräventions-ICD bei symptomatischer Herzinsuffizienz mit LVEF ≤35 % unter optimaler Therapie auf Klasse 1 — ohne zwischen ischämischer und nicht-ischämischer Ätiologie zu unterscheiden —, während die ESC-Leitlinie 2022 die nicht-ischämische dilatative Kardiomyopathie auf derselben Evidenzbasis auf IIa zurückstufte. Diese eine Abweichung erklärt bis heute den Großteil der unterschiedlichen ICD-Implantationsraten. Jenseits der Devices betont die Leitlinie, dass die wirksamste Prävention des plötzlichen Herztods die leitliniengerechte Herzinsuffizienztherapie ist, und behandelt die Katheterablation ventrikulärer Tachykardien sowie die krankheitsspezifischen Pfade bei Kanalopathien. Die Device- und Medikamentenstudien des Registers sind unten gruppiert.
Diese Leitlinie zitiert 9 von 199 Landmark-Studien in unserem Kardiologie-Register.
ICD zur Primärprävention (Klasse 1 unabhängig von der Ätiologie)3
- 2016DANISHKardiologie · Rhythmus · ICDBei 1.116 Patienten mit nicht-ischämischer Herzinsuffizienz (EF ≤ 35 %) senkte ein prophylaktischer Defibrillator die Gesamtmortalität nicht verglichen mit üblicher Versorgung.
- 2005SCD-HeFTKardiologie · Rhythmus · ICDBei 2.521 Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA II–III, EF ≤ 35 %) senkte ein implantierbarer Defibrillator die Gesamtmortalität verglichen mit Placebo oder Amiodarone.
- 2002MADIT-IIKardiologie · Rhythmus · ICDBei 1.232 Patienten mit früherem Myokardinfarkt und einer Ejektionsfraktion ≤ 30 % senkte ein prophylaktischer implantierbarer Defibrillator die Gesamtmortalität verglichen mit konventioneller Therapie.
Medikamentöse Therapie zur Senkung des plötzlichen Herztods3
- 2014PARADIGM-HFKardiologie · HI · ARNIBei 8.442 Patienten mit HFrEF (EF ≤ 0,40) senkte Sacubitril/Valsartan kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz verglichen mit Enalapril.
- 1999RALESKardiologie · HI · MRABei 1.663 Patienten mit schwerer HFrEF unter ACEi senkte Spironolactone 25 mg die Gesamtmortalität verglichen mit Placebo.
- 1999MERIT-HFKardiologie · HI · BetablockadeBei 3.991 Patienten mit HFrEF (EF ≤ 0,40, NYHA II–IV) senkte Metoprolol CR/XL die Gesamtmortalität verglichen mit Placebo.
Kardiale Resynchronisationstherapie3
- 2009MADIT-CRTKardiologie · Rhythmus · CRTBei 1.820 Patienten mit leichter Herzinsuffizienz (NYHA I–II) und breitem QRS-Komplex senkte die Hinzufügung von kardiale Resynchronisationstherapie zu einem Defibrillator Tod oder Herzinsuffizienz-Ereignisse verglichen mit einem Defibrillator allein.
- 2005CARE-HFKardiologie · Rhythmus · CRTBei 813 Patienten mit Herzinsuffizienz und breitem QRS-Komplex senkte kardiale Resynchronisationstherapie Tod oder ungeplante kardiovaskuläre Hospitalisierung verglichen mit medikamentöser Therapie.
- 2004COMPANIONKardiologie · Rhythmus · CRTBei 1.520 Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA III-IV und QRS ≥ 120 ms senkte die kardiale Resynchronisationstherapie (mit oder ohne Defibrillator) Gesamtmortalität oder Hospitalisierung verglichen mit alleiniger optimaler medikamentöser Therapie.
Nach der Leitlinie erschienen1
- 2020PRAETORIANKardiologie · Rhythmus · ICDBei 849 Patienten mit Indikation zur Defibrillation ohne Schrittmacherbedarf war ein subkutaner ICD nicht unterlegen gegenüber einem transvenösen ICD hinsichtlich Geräte-Komplikationen und inadäquaten Schocks.