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PRESC1SE-MI

PRospective Evaluation of the European Society of Cardiology 0/1-hour Algorithm's Safety and Efficacy for Triage of Patients With Suspected Myocardial Infarction (PRESC1SE-MI)

Patient / Population Intervention / Exposition Vergleich Endpunkt

Bei 67.624 Notaufnahme-Vorstellungen mit Verdacht auf Myokardinfarkt war der ESC-0/1-Stunden-Troponinalgorithmus nicht unterlegen gegenüber dem 0/3-Stunden-Algorithmus hinsichtlich Tod oder Typ-1-Myokardinfarkt nach 30 Tagen sowie der Verweildauer.

N
67.624Patienten
Design
Internationale, investigator-initiierte, multizentrische, pragmatische, offene Stepped-Wedge-Cluster-RCT; Notaufnahmen, die weiterhin den ESC-0/3-Stunden-Algorithmus als Standard nutzen, werden auf frühe oder späte Einführung des 0/1-Stunden-Algorithmus randomisiert, mit vorgeschalteter Validierungsphase; konsekutive Patienten, 30 Tage Nachbeobachtung; ausgelegt auf Nichtunterlegenheit bei der Sicherheit und Überlegenheit bei der Effizienz mit mindestens 90 % Power
Endpunkt
Ko-primär — (1) Komposit aus Tod jeglicher Ursache oder Typ-1-Myokardinfarkt innerhalb von 30 Tagen nach Indexvorstellung (Sicherheit); (2) Verweildauer in der Notaufnahme von der Vorstellung bis Entlassung oder Verlegung (Effizienz)
Relevanz
2Wichtig — eine von mehreren Säulen.
ErgebnisDie Sicherheit erreichte Nichtunterlegenheit (p = 0,00038), doch die beiden Komponenten liefen gegenläufig: Tod jeglicher Ursache 1,1 % vs. 0,8 % (adjustierte OR 0,84, 95%-KI 0,67-1,06) und neuer Typ-1-Myokardinfarkt 0,2 % vs. 0,3 % (adjustierte OR 1,55, 95%-KI 1,07-2,24). Die Verweildauer änderte sich nicht: median 309 Minuten in beiden Armen (Verhältnis der adjustierten Mediane 1,00, 95%-KI 0,97-1,02; p = 0,65), obwohl das zweite Troponin rund zwei Stunden früher vorlag (86 vs. 190 Minuten).
Boeddinghaus J, Bima P, Crisanti L, et al. Safety and efficacy of the 0/1 h pathway for myocardial infarction in the emergency department: an international, pragmatic, stepped-wedge, cluster-randomised, controlled trial. Lancet. 2026; published online Aug 29. doi:10.1016/S0140-6736(26)01654-5 10.1016/s0140-6736(26)01654-5
Diskussion & Kritik

Der 0/1-Stunden-Algorithmus ist auch in Kliniken sicher, die ihn bislang nicht eingeführt hatten — und er spart keine Zeit. Das zweite Troponin lag zwei Stunden früher vor, und der Patient verließ die Notaufnahme dennoch zur selben Minute; der Engpass liegt also hinter der Diagnose: Personal, Betten, lokale Abläufe. Zwei Befunde verlangen Zurückhaltung statt Schlagzeile: Neue Typ-1-Infarkte traten unter dem schnellen Pfad häufiger auf (OR 1,55), Todesfälle seltener (OR 0,84) — eine Divergenz, die die Untersucher selbst als ungeklärt bezeichnen —, und die Ereignisrate lag bei 1,2 % statt der angenommenen 3 %, sodass die Sicherheitsaussage auf weniger Ereignissen ruht als geplant.

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