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AIR-STEMI

Functional Coronary Angiography to Indicate and Guide Revascularization in STEMI Patients With Multivessel Disease (AIR-STEMI)

Patient / Population Intervention / Exposition Vergleich Endpunkt

Bei 1.823 Patienten mit STEMI und Mehrgefäßerkrankung senkte die angiographisch abgeleitete FFR-gesteuerte PCI der Nicht-Culprit-Läsionen Tod, Schlaganfall, Reinfarkt oder ischämiegetriebene Revaskularisation verglichen mit der angiographiegesteuerten PCI.

N
1.823Patienten
Design
Prospektive, internationale, multizentrische, randomisierte, offene Studie mit verblindeter Endpunktbewertung durch ein unabhängiges Komitee; 1:1-Randomisierung nach erfolgreicher PCI der Culprit-Läsion; Indikation und Planung der Nicht-Culprit-PCI über angiographisch abgeleitete FFR versus konventionelle Angiographie; Nachbeobachtung bis der zuletzt eingeschlossene Patient 1 Jahr erreicht (im Mittel etwa 18 Monate), Endpunkte zusätzlich nach 3 und 5 Jahren
Endpunkt
Patientenorientiertes Komposit aus Tod jeglicher Ursache, zerebrovaskulärem Ereignis, Reinfarkt oder ischämiegetriebener Revaskularisation
Relevanz
2Wichtig — eine von mehreren Säulen.
ErgebnisTod, Schlaganfall, Reinfarkt oder ischämiegetriebene Revaskularisation 8,9 % vs. 13,7 % über median 17,9 Monate (HR 0,62, 95%-KI 0,47-0,83; p < 0,001). Kardiovaskulärer Tod oder Myokardinfarkt HR 0,52 (0,37-0,73); Myokardinfarkt 3,8 % vs. 8,0 % (HR 0,47), sowohl spontan als auch prozedurbedingt. Kontrastmittelassoziierte Nierenschädigung 2,2 % vs. 4,0 % (HR 0,55). Der Physiologie-Arm benötigte 38 % weniger gestaffelte Eingriffe, behandelte 45 % weniger Nicht-Culprit-Gefäße und implantierte 31 % weniger Stentlänge.
Biscaglia S, Campo G, et al. N Engl J Med. 2026; published online 29 August. 10.1056/nejmoa2605373
Diskussion & Kritik

Die Physiologie aus dem Angiogramm abzulesen, statt jede Läsion mit dem Draht zu passieren, senkte das Komposit um fast zwei Fünftel — und der Mechanismus steht im Prozedurprotokoll: weniger gestaffelte Eingriffe, weniger behandelte Gefäße, weniger Stent, weniger Kontrastmittel. Die Reinfarkte gingen sowohl spontan als auch prozedurbedingt zurück, was dafür spricht, dass ein Teil des Nutzens schlicht unterlassener Schaden ist. Zwei Einschränkungen: offenes Design mit ischämiegetriebener Revaskularisation im primären Endpunkt, also einer vom Untersucher beeinflussbaren Komponente, und FFR-Werte aus einem zentralen Kernlabor statt aus dem lokalen Katheterlabor.

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